Stromverbrauch einer Klimaanlage: Was kostet Kühlen wirklich?

„Klimaanlagen sind Stromfresser.“ Diesen Satz hört man oft. Er stimmt aber nur halb. Ob Kühlen teuer wird, hängt vor allem davon ab, welches Gerät Sie nutzen. Der Unterschied zwischen einem mobilen Gerät und einer Split-Klimaanlage ist größer, als die meisten denken.

Split, mobil oder Ventilator: der Vergleich

Eine Analyse des Energieanbieters 1KOMMA5° hat typische Geräte über einen Sommer verglichen: 70 Tage, jeweils 8 Stunden Betrieb. Umgerechnet mit einem Strompreis von 32,8 ct/kWh ergibt das:

  • Ventilator: ca. 25 kWh, also rund 8 € pro Sommer (ca. 1,5 Cent pro Stunde)
  • Split-Klimaanlage: ca. 213 kWh, also rund 70 € pro Sommer (ca. 12 Cent pro Stunde)
  • Mobiles Klimagerät: ca. 750 kWh, also rund 246 € pro Sommer (ca. 44 Cent pro Stunde)
  • Split-Klimaanlage mit Photovoltaik und Speicher: nur ca. 21 kWh aus dem Netz, Kosten unter 20 € pro Sommer
Vergleich zwischen Split-Klimaanlage und mobilem Klimagerät

Das mobile Gerät verbraucht also rund dreieinhalbmal so viel Strom wie die Split-Klimaanlage und kühlt dabei schlechter.

Warum mobile Klimageräte so viel Strom brauchen

Bei einem mobilen Gerät steht der komplette Kompressor im Raum. Er erzeugt selbst Wärme, die das Gerät gleich wieder wegkühlen muss. Dazu kommt der Abluftschlauch: Er bläst warme Luft nach draußen, und durch Fenster- und Türspalten strömt warme Außenluft nach. Das Gerät arbeitet gegen sich selbst.

Eine Split-Klimaanlage trennt das sauber: Der Kompressor sitzt draußen, drinnen hängt nur das leise Innengerät. Moderne Split-Geräte erreichen deshalb eine Effizienz (SEER) von 5 bis über 9, mobile Geräte meist nur 2,5 bis 4.

Und der Ventilator?

Der Ventilator ist mit Abstand am günstigsten, kühlt aber die Luft nicht ab. Er bewegt sie nur, und der Luftzug fühlt sich auf der Haut kühler an. Bei 26 Grad im Wohnzimmer reicht das oft. Bei 30 Grad im Dachgeschoss oder in einer Tropennacht hilft er kaum noch. Für heiße Nächte ist er deshalb eher eine Ergänzung als eine Alternative.

So berechnen Sie den Verbrauch selbst

Die Formel ist einfach: durchschnittliche Leistungsaufnahme in kW mal Betriebsstunden mal Strompreis. Ein Beispiel: Eine Split-Klimaanlage nimmt im Schnitt 0,4 kW auf und läuft 8 Stunden. Das ergibt 0,4 × 8 × 0,328 € = rund 1,05 € pro Tag.

Die maximale Leistungsaufnahme steht im Datenblatt. Im Alltag liegt der Verbrauch meist deutlich darunter, weil moderne Inverter-Geräte ihre Leistung stufenlos anpassen, sobald der Raum kühl ist.

Kühlen mit Solarstrom: die perfekte Kombination

Klimaanlagen laufen genau dann, wenn die Sonne am stärksten scheint. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach kühlen Sie deshalb größtenteils mit eigenem Strom. Eigener Solarstrom kostet je nach Anlage etwa 6 bis 12 Cent pro kWh, Netzstrom rund 33 Cent. Mit einem Batteriespeicher läuft die Anlage auch am Abend noch mit Sonnenstrom. So kostet das Kühlen im ganzen Sommer oft nur noch wenige Euro.

Klimaanlage mit Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage

6 Tipps zum Stromsparen

  • Nicht zu kalt einstellen: Etwa 6 Grad unter der Außentemperatur reichen, darüber steigt der Verbrauch stark an.
  • Fenster und Türen geschlossen halten, solange die Anlage läuft.
  • Tagsüber Rollläden oder Jalousien schließen. Was an Sonne nicht reinkommt, muss nicht weggekühlt werden.
  • Den Timer nutzen: Lassen Sie die Anlage kurz vor Ihrer Rückkehr anspringen, statt den ganzen Tag zu laufen.
  • Filter regelmäßig reinigen. Verstaubte Filter kosten Leistung und damit Strom.
  • Die richtige Gerätegröße wählen: Zu kleine Geräte laufen dauernd auf Volllast, zu große schalten ständig an und aus.

Fazit: Das Gerät entscheidet

Eine moderne Split-Klimaanlage kühlt ein Zimmer für rund 12 Cent pro Stunde, ein mobiles Gerät kostet fast das Vierfache. Wer den ganzen Sommer kühlen möchte, fährt mit einer Split-Anlage deutlich günstiger. Mit eigenem Solarstrom wird es noch einmal günstiger.

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